Von Nadja Buoyardane

Das Plural-S und der Apostroph

Vor einigen Wochen habe ich über das Genitiv-S mit und ohne Apostroph geschrieben. Damals hat mich „Oma’s (!) Apfelkuchen“ einer großen Bäckerei-Kette dazu inspiriert. Und nachdem mein Blick nun einmal dafür sensibilisiert ist, springen mir immer mehr Apostroph-S ins Auge. So auch heute morgen.

Heute Morgen hat mir Xing auf meiner Startseite wie immer einige Job-Angebote unterbreitet. Darunter auch die Ausschreibung einer Agentur, die eine/n Texter/in sucht. Darin suchte die Agentur einen Texter, der die „Unit’s Querdenker, Werbung, Public Relations und Social Media“ unterstützen sollte.

Das Plural-S mit Apostroph existiert nicht

Die Unit’s? So ganz war mir beim ersten Lesen nicht klar, worum es ging. Sollte das abgetrennte S ein Genitiv sein? Doch das würde nicht mit dem Rest des Satzes zusammenpassen. Erst beim zweiten Mal Lesen ging mir auf, dass es sich hier um ein mit Apostroph abgetrenntes Plural-S handelte. Das so im Deutschen nicht existiert.

Das Plural-S mit Apostroph – woher kommt es?

Was ist bei „Unit’s“ passiert? Ich denke, dass hier wieder einmal verschiedene Regeln und Sprachen miteinander vermischt wurden.

Unit ist ein englisches Wort und wir haben alle in der Schule gelernt, dass im Englischen das S mit einem Apostroph vom Wort abgetrennt wird – wenn es sich um einen Genitv handelt. Da tut es in diesem Fall jedoch nicht. Hier handelt es sich um ein Plural-S. Das Plural-S wird im Englischen – wie auch im Deutschen – direkt und ganz ohne Apostroph angehängt.

Der Apostroph vor dem Mehrzahl-S existiert also weder im Deutschen noch im Englischen.

Wie erkennen Sie, ob es ein Plural-S ist?

Vorab: Im Prinzip müssen Sie im Deutschen nicht wissen, ob es sich um ein Plural- oder um ein Genitiv-S handelt. Merken Sie sich einfach: Das S wird nicht mit einem Apostroph abgetrennt – und schon sind Sie auf der sicheren Seite.

Wenn Sie es aber doch genauer wissen wollen: Im Deutschen gibt es keine allgemeingültige Regel wie der Plural (die Mehrzahl) gebildet wird. Der Großteil der deutschen Wörter ändert sich im Plural entweder gar nicht (das Fenster – die Fenster), bekommt ein –e bzw. –en (der Junge – die Jungen) angehängt, enden auf -er und/oder erhalten einen Umlaut (das Buch – die Bücher. Nur ein kleiner Teil der deutschen Wörter endet im Plural auf S.

Nur Wörter, die auf –a, -i, -o oder –u enden bekommen in der Mehrzahl ein S angehängt. Und das sind im Deutschen nun mal nicht allzu viele Wörter. Außerdem enden noch Abkürzungen und Wörter aus dem Englischen im Plural auf S.

Zum Beispiel:

  • das Foto – die Fotos
  • das Auto – die Autos
  • das Sofa – die Sofas
  • die CD – die CDs
  • das Team – die Teams

Wichtig ist: Auch bei Abkürzungen, wie CD, DVD, ID wird das Plural-S nicht mit Apostroph abgetrennt.

Wann man im Deutschen ein Apostroph beim S verwendet, habe ich im meinem Artikel über das Genitiv-S beschrieben.

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