Von Nadja Buoyardane

Wer mutig schreibt, bleibt im Gedächtnis – 3 Tipps

Wie gelingt es Ihnen, sich mit Ihren Texten von anderen zu unterscheiden?

Indem Sie mutig sind.

Vor einigen Monaten haben wir darüber geschrieben, dass Schreiben heißt, sich zu entscheiden. Schreiben heißt auch: sich mutig für etwas zu entscheiden, von dem Sie von vorneherein wissen, dass es möglicherweise nicht den Mehrheitsgeschmack trifft.

Wie geht das, mutig zu schreiben?

1) Wählen Sie den weniger (oder noch nie) betretenen Weg

Müssen es die immer gleichen Phrasen sein? Nein. Seien Sie mutig, etwas so zu schreiben wie Sie, aber auch andere in Ihrer Branche es noch nie geschrieben haben. Gestatten Sie sich, einmal richtig kreativ zu sein.

Sie haben Sorge, ein starkes Bild, eine entschiedene Aussage, ein gewagter Argumentationsweg könnte bei Ihren Lesern nicht gut ankommen? Das werden Sie nie erfahren – wenn Sie es nicht ausprobieren. Trauen Sie sich also. Klar, müssen Sie dann eventuell auch Gegenwind aushalten. Doch: Wenn Sie selbst von Ihrer Idee, Ihrer Position überzeugt sind, werden Sie auch andere – wenn auch nicht unbedingt alle – davon überzeugen. Wahrscheinlich ist es sogar das, was Ihren Wunschleserinnen und -lesern besonders gut gefällt.

Ein Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie sollen Werbung für Ihr neues Produkt, ein Deo, machen. Doch statt der klassischen Produktpreisung schreiben Sie:

Normalerweise sollten wir jetzt schreiben, was an unserem Deo so besonders ist. Wir sollten schreiben, dass Sie durch unser Deo Karriere machen, Ihnen die Herzen nur so zufliegen und Ihnen jeder ein Lächeln schenken wird.

Das können wir nur leider nicht. Denn unser Deo kann das nicht. Sollten Sie unfähig, verschlossen und mürrisch sein, so wird sich das auch durch unser Deo nicht ändern. Sie sind enttäuscht? Tja, ein Glitter-Witter-Wunder-Deo gibt es nun mal nicht im richtigen Leben.

Was unser Deo aber kann: Es lässt Sie so bleiben wie Sie sind – doch Sie fühlen sich den ganzen Tag frisch dabei. Wir finden: Das ist genug für ein Deo.

 

2) Seien Sie ruhig „frech“

Als Kind haben Sie möglicherweise auch zu hören bekommen, man solle nicht so „frech“, sondern brav und höflich sein. Doch Bravsein ist bestimmt das Letzte, was uns von der Masse abhebt. Wer immer brav ist, kommt vielleicht in den Himmel, aber sicherlich nicht auf die vorderen Plätze in der Erinnerung der anderen.

Ob es Zufall ist, dass das deutsche „frech“ und das englische „fresh“ fast gleich klingen? Mit Mut zur Lücke geben wir an dieser Stelle zu: Wir kennen uns zu wenig mit dem linguistischen Hintergrund aus, um das entscheiden zu können. Wie wissen aber: Freche Texte sind meist auch frische Texte. Texte, in denen sich der Autor, die Autorin neue „frische“ Wortbilder ausgedacht und mutig etwas auf die Schippe genommen hat.

Hier ein Beispiel für eine frisch-freche E-Mail, die wir selbst einmal bekommen haben:

Hallo Nadja,

wir sind’s schon wieder. Der Vollständigkeit halber gibt’s jetzt die Rechnung für deine Bestellung. Damit kannst du ganz unterschiedliche Dinge machen. Ein paar Vorschläge:

Du könntest die Rechnung in einen gesonderten E-Mail-Ordner mit all deinen anderen Rechnungen abspeichern – ordentlich, aber langweilig. Oder du druckst sie aus und heftest sie in einem großen, schwarzen Ordner ab – noch langweiliger. Mit der gedruckten Rechnung könntest du aber auch einen Papierflieger basteln und Spaß damit haben! Oder du malst ein nettes Bild drauf! Oder du nutzt deine überragenden Origami-Künste und erschaffst ein großartiges Kunstwerk!* Und da sag noch einer, digital wäre besser …

(…)

Tschö mit ö!

*Wenn du das tatsächlich machst, verlangen wir ein Foto!

Eine solche E-Mail bleibt im Gedächtnis …

 

3) Bringen Sie Persönliches in Ihren Text

Gut, dieser Tipp passt vielleicht nicht, wenn Sie die Risiko-Analyse eines Aktienfonds schreiben, aber bei Marketing-Texten, Blog- und Fachartikeln sollten Sie es mal ausprobieren: Bringen Sie eigene Erfahrungen in Ihren Text. Haben Sie keine Sorge, es könnte zu persönlich werden. Im Gegenteil: Wenn Sie in Ihren Texten als Mensch durchscheinen, erhöht dies die Bindung zu Ihren Leser:innen.

Seien Sie durchaus mutig, einmal etwas zuzugeben, was Sie auf den ersten Blick nicht im besten Licht erscheinen lässt. Das macht Sie menschlich. Nehmen Sie zum Beispiel unseren Newsletter von vergangener Woche: „Schreiben unter Zeitdruck“. Dort hat Franziska ganz offen darüber geschrieben, was auch bei uns als Schreibprofis beim Schreiben schieflaufen kann.

Wir beziehen uns immer wieder auf unsere eigenen Erfahrungen, schreiben über unsere Erlebnisse in Seminaren. Mittlerweile dürften Sie – wenn Sie unsere Newsletter regelmäßig verfolgen – sogar unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten erahnen können …

Wann waren Sie das letzte Mal mutig beim Schreiben? Wir freuen uns auf Ihre Beispiele!

Herzlichst,

Nadja Buoyardane und Franziska Nauck

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