Von Fabian Raschke

Stilmittel, durch die Sie Ihren Text besser machen, Teil 1

Mal ehrlich, manche Geschäftstexte lesen sich (manchmal mehr als nur ein wenig) dröge. Da können ein paar rhetorische Werkzeuge in der Handwerkskiste manchmal wahre Wunder vollbringen. Daher werde ich ab jetzt immer wieder einige dieser Werkzeuge vorstellen.

© Rudie_Fotolia.de

Und weil sie so ein schönes Werkzeug ist und weil sie mit A beginnt (und weil ich sie gleich so nebenbei mal verwendet habe) beginnt diese Reihe mit der Anapher.

Die Anapher

Uaah, Anapher. Das klingt nach Deutsch-Unterricht, langweiligen Interpretationen und komplizierten Gedicht-Analysen. Mitnichten. Mit Anaphern können Sie Ihren Aussagen Nachdruck verleihen und Ihre Texte zum Leben erwecken.

Der Begriff Anapher geht auf das griechische Wort „anaphorá“ zurück und bedeutet „zurückführen“. Und genau das macht eine Anapher. Sie greift ein Wort oder auch Wortgruppen auf und wiederholt diese.

Wiederholungen sind nicht immer langweilig

Während viele Schreiber immer versuchen Wortwiederholungen zu vermeiden, wird bei einer Anapher bewusst auf Wiederholung gesetzt. Einmal, zweimal oder mehrmals kann man das erste Wort oder die ersten Wörter eines Satzes wiederholen und das verleiht der Aussage besonderen Nachdruck.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Betriebsversammlung, Ihrem Unternehmen geht es gerade nicht gut und der Redner vorne intoniert: „Und wir werden unsere Ausgaben reduzieren. Und wir werden unsere Auftragszahlen erhöhen. Und wir werden so gemeinsam aus der Krise kommen.“ Das klingt doch gleich wesentlich kraftvoller als ein einfaches „Wir werden unsere Ausgaben reduzieren, die Auftragszahlen erhöhen und so gemeinsam aus der Krise kommen“.

Bei einer Anapher wiederholen Sie die ersten Worte eines Satzes. Wenn Sie die letzten Worte eines Satzes wiederholen, handelt es sich um eine Epipher.

Das Gegenteil davon: die Epipher

Das Gegenteil einer Anapher ist die Epipher (von griechisch „epiphorá“ = hinzufügen). Die Epipher ist, wie die Anapher, ein rhetorisches Mittel, mit dem Sie Ihren Aussagen Nachdruck verleihen können. Bloß, dass diesmal die Wiederholung eben am Ende des Satzes steht. Zum Beispiel „Der Wirtschaft geht es gut, den Unternehmen geht es gut, den Menschen geht es gut.“

Trauen Sie sich, sich zu wiederholen

Spielen Sie in Ihren Texten mal ein wenig mit Wiederholungen. Und falls jemand rummeckert, weil Sie sich wiederholen würden, dann erklären Sie ihm einfach, warum bewusste Wiederholungen helfen, Ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen und vor allem Ihren Text nicht langweilig wirken lassen. Oder verweisen Sie einfach direkt auf diesen Artikel.

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