Von Fabian Raschke

Kritik macht Ihre Texte besser

Beim Lernen brauchen wir immer wieder Lob, da wir sonst resignieren und aufgeben. Lob ist für mich daher ein zentraler Punkt, wenn es darum geht, beim Schreiben besser zu werden. Doch häufig muss man als Schreibender damit umgehen, dass ein Text kritisiert wird. Und auch das ist wichtig. Denn nicht nur Lob auch objektive und wohlwollende Kritik hilft uns, besser zu werden. Ein guter Kritiker legt die Finger auf die Schwachstellen eines Textes und zeigt Ihnen damit, was Sie noch ändern sollten.

Hier sind einige Tipps, wie Sie durch Kritik an Ihren Texten ein besserer Schreiber werden:

©babimu_Fotolia.de

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  1. Suchen Sie sich jemanden, bei dem Sie davon ausgehen können, dass er Ihnen wohlgesonnen und gleichzeitig ehrlich ist. Am besten versteht Ihr ausgewählter Kritiker auch noch ein wenig von Ihrem Fachgebiet und auch etwas von guten Texten. Die letzten beiden Punkte sind aber keine Voraussetzung.
  2. Bevor Sie Ihren Text jemand anderem zu lesen geben und um eine ehrliche Kritik bitten, überarbeiten Sie Ihren Text so gut es geht. Geben Sie keinen Erstentwurf zum Lesen. Denn ein Erstentwurf muss meistens immer noch einmal grundlegend überarbeitet werden, bevor er wirklich gut lesbar ist. Natürlich können Sie auch Ihren Erstentwurf jemanden zum Lesen geben. Dann müssen Sie dem Leser aber auch sagen, dass es sich um einen Erstentwurf handelt und es beim Feedback weniger um Textstruktur, Formulierungen und Verständlichkeit geht als darum, erste Ideen zu testen.
  3. Geben Sie der Person, die Ihren Text kritisch gegenliest, Zeit. Stressen Sie sie bitte nicht, indem Sie jeden Tag nachfragen, wann Sie den Text zurückbekommen. Wenn Sie eine Deadline einzuhalten haben, planen Sie die Kritik bitte in Ihren Zeitplan ein und sagen Sie Ihrem Gegenleser bis wann Sie das Feedback spätestens brauchen.
  4. Wenn Sie den Text mit den Anmerkungen zurückbekommen, lesen Sie diese am besten, wenn Sie alleine sind. So vermeiden Sie zum einen, dass Ihr Kritiker mitbekommt, dass Sie eventuell getroffen sind und zum anderen umschiffen Sie die Gefahr, gegenüber Ihrem Kritiker in eine Verteidigungshaltung zu geraten.
  5. Manchmal ist die Kritik schlechter als erwartet: Wut, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit – akzeptieren Sie Ihre Gefühle. Lassen Sie ein, zwei Tage ins Land ziehen und schauen Sie sich die Kritik noch einmal an. Meist kann man dann mit klarem Kopf an den Text gehen und die Kritik annehmen.
  6. Seien Sie der Kritik gegenüber offen. Versuchen Sie den Text so zu behandeln als wären nicht Sie, sondern jemand anderes der Autor. Der Leser will Ihnen nicht schaden, sondern seine Kritik zeigt Ihnen, was Sie noch besser machen können.
  7. Schauen Sie, was Sie als objektive Kritik annehmen können und was Sie als zu subjektiv empfinden.
  8. Entscheiden Sie, was Sie von den Anmerkungen umsetzen wollen und was nicht.
  9. Überarbeiten Sie Ihren Text und arbeiten Sie die Kritikpunkte ein.
  10. Ziehen Sie aus dem Feedback Schlüsse für Ihre weiteren Texte: Was sind Kritikpunkte, die sich durch alle Ihre Texte ziehen (z.B. falls Ihr Leser angemerkt hat, dass Sie zu komplizierte Sätze schreiben)? Was können Sie tun, um dies in Zukunft zu verbessern?

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