Von Nadja Buoyardane

Karrierebooster Dankschreiben – Heben Sie sich durch ein Danke ab

Freuen Sie sich über ein „Danke“? Vermutlich ja. Wir Menschen freuen uns immer, wenn wir und unsere Leistung anerkannt werden. Wir haben noch von niemandem gehört, der eine ernst gemeinte Dankes-Mail wütend gelöscht, einen Dankesbrief in tausend Stücke gerissen hätte.

Doch warum nehmen wir uns so selten die Zeit für ein Dankschreiben? Die Antwort ist vermutlich: Weil wir unter dem Zeitdruck des Alltags meist schon mit der nächsten Aufgabe beschäftigt sind und nicht noch zusätzliche Arbeit leisten können oder wollen.

Indem Sie sich die Zeit für ein (ausformuliertes) Danke nehmen, bleiben Sie jedoch positiv in Erinnerung und heben sich – gerade, weil Dankschreiben so selten geworden sind – von der Masse ab.

Es gibt zahlreiche Anlässe für ein Dankschreiben: Sie können sich zum Beispiel für den Abschluss eines Projekts bedanken oder bei Ihren Handwerkern, dass Sie Ihren Auftrag so zügig und gut umgesetzt haben. Danken Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Kollegen für gute Leistungen, bedanken Sie sich bei Ihren Kunden für Empfehlungen, nach einem Networking-Event für das nette Gespräch und und und.

Dankschreiben nach einem Vorstellungs- oder Feedbackgespräch
Durch ein Dankschreiben können Sie auch Ihre Karrierechancen verbessern. Einfach, weil Sie an ein Danke denken, zum Beispiel nach einem Feedback-Gespräch mit Ihren Vorgesetzten oder nach einem Vorstellungsgespräch. Eine Chance, die viel zu selten genutzt wird.

Mit einem Dankschreiben nach einem Bewerbungs- oder Feedbackgespräch fallen Sie mehrfach positiv auf:

  1. Es ist selten. Somit heben Sie sich ganz von selbst von den anderen Bewerberinnen oder Kollegen ab.
  2. Es zeigt, dass Sie wirklich Interesse an der Stelle oder dem Feedback haben, dass Sie motiviert und engagiert sind.
  3. Falls Sie mit einer Ihrer Antworten im Gespräch nicht zufrieden waren, können Sie sich noch einmal darauf beziehen und Argumente nachtragen oder klarstellen.

Bitte achten Sie jedoch immer darauf: Ein Dankschreiben muss absolut aufrichtig sein. Ein übertriebenes Danke, ein Danke für Dinge, für die Sie nicht dankbar sind, fällt Ihnen eher auf die Füße. Denn Ihr Gegenüber wird spüren, dass es sich um ein strategisches Danke handelt. – Das ist zum Beispiel das Problem mit den „Vielen-Dank-für-Ihre-Treue“-Schreiben, die wir als Konsumenten als Teil eines ausgeklügelten Plans der Marketing-Abteilung bekommen.

Ihr Dankschreiben sollte zudem nicht länger als eine halbe Seite sein. – Ein Danke ist zwar schön, wir wollen aber an dem Tag durchaus noch andere Dinge tun als zu lesen.

Nach einem Bewerbungsgespräch kann ein Dankschreiben Ihnen helfen, Klarheit zu gewinnen, ob Sie die Stelle überhaupt wollen. Wenn Ihnen nichts einfällt, wofür Sie dankbar waren oder die Menschen, mit denen Sie gesprochen haben, Ihnen nicht sympathisch waren, dann ist die Stelle nichts für Sie. Ansonsten: Ran an die Tastatur ?!

So sollte Ihr Dankschreiben aufgebaut sein

Der Betreff
Reicht ein einfaches „Danke“ im Betreff? Das könnte schon etwas zu kurz sein. Dennoch sollte der Betreff immer möglichst neutral sein, um nicht anbiedernd zu wirken. Ein schlichtes „Unser Gespräch am 3.7.2019 – Danke“ genügt. So kann der Leser schnell einordnen, worum es geht, sowohl bei einer E-Mail als auch bei einem Brief.

Persönliche Anrede
Fügen Sie immer eine persönliche Anrede ein. Bei einem Gespräch mit einem Vorgesetzen ist das genauso selbstverständlich wie bei einem Bewerbungsgespräch. Deshalb: Notieren Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner. Fragen Sie im Zweifelsfall nach, wie diese geschrieben werden.

Kommen Sie gleich zum Punkt
Bedanken Sie sich gleich im ersten Satz: für die Zeit und die Aufmerksamkeit, die Ihnen geschenkt wurde. Bedanken Sie sich aber auch für eventuelle Tipps und Anregungen sowie für Punkte, die Sie bestärkt haben, dass dies die richtige Stelle für Sie ist.

Stellen Sie einen konkreten Bezug zum Bewerbungsgespräch her
Schreiben Sie, was Ihnen an dem Gespräch besonders gut gefallen hat, was das Gespräch von anderen unterschieden hat. Sie haben an dieser Stelle zudem die Gelegenheit, Antworten, mit denen Sie im Gespräch nicht so zufrieden waren, noch einmal zu korrigieren oder neue Argumente anzuführen. Bekräftigen Sie, warum das Gespräch Ihren Wunsch verstärkt hat, dort zu arbeiten.

Sie können Ihrem Empfänger auch kleine (!) Komplimente machen und zum Beispiel die angenehme Atmosphäre hervorheben, die moderne Ausstattung der Arbeitsplätze betonen, die Ihnen besonders gefallen hat. Wichtig: Es darf nicht anbiedernd wirken und muss ehrlich gemeint sein.

Schlusssatz, Grußformel und Unterschrift
Ganz klar: Zum Schluss sagen Sie noch einmal ganz offen, dass Sie auf eine Zusammenarbeit hoffen. „Über eine Zusage von Ihnen würde ich mich freuen“ oder „Ich hoffe auf eine mögliche Zusammenarbeit.“ Seien Sie jedoch zurückhaltend und nicht zu selbstbewusst. Formulierungen wie „Wir werden sicherlich gut zusammenarbeiten“ oder „Ich freue mich auf die Arbeit bei Ihnen“ wirken zu forsch.

Als Grußformel können Sie ganz klassisch Mit freundlichen Grüßen oder, etwas lockerer, Freundliche Grüße schreiben. In diesem Fall sollten Sie nicht zu ausgefallen formulieren.

Ihre handschriftliche Unterschrift ist bei einem Brief selbstverständlich.

Auch wir sagen Danke

So, und weil es in diesem Artikel um das Thema Dankschreiben geht, wollen auch wir Ihnen einmal danken: Danke dafür, dass Sie unseren Blog lesen und uns auch immer wieder Feedback dazu geben. Zu wissen, dass unsere Tipps gelesen und angewendet werden, motiviert uns Woche für Woche aufs Neue, unser Wissen weiterzugeben.

 

 

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