Von Nadja Buoyardane

Hinterm Horizont – Was bringt uns Corona Positives für unser Schreiben?

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Hinterm Horizont geht‘s weiter / ein neuer Tag“ – seit Tagen geht mir diese Liedzeile von Udo Lindenberg durch den Kopf. Was sie mir, Nadja, sagt? Auch nach Corona wird es weitergehen, auch wenn wir momentan den Horizont nicht sehen.

Doch wie wird dieses Leben nach Corona aussehen? Gerade beginnt die Diskussion, ob in der aktuellen Situation nicht auch einiges steckt, was wir gerne bewahren möchten. Zum Beispiel auch für unser Schreiben.

Dies möchten wir zusammentragen. Wir starten mit unseren Überlegungen. Doch schon mal vorab: Wir wüssten gerne, was Ihnen in Ihrer (vielleicht neuen) aktuellen Schreibsituation gefällt, was Sie für sich aus dieser Krise – trotz aller Tragik – an positiven Einsichten mitnehmen. Schreiben Sie es uns!

Hier sind zunächst unsere Gedanken:

Ruhe beim Schreiben: von außen

Wir haben schon mehrfach darüber geschrieben, wie sich effizienter schreiben lässt. Wie wichtig Ruhe und Konzentration sind, um produktiv zu schreiben. Ruhe kann dabei auf zwei Ebenen wirken: von außen und von innen.

Je nachdem, wo Sie wohnen, fällt es Ihnen mehr oder weniger auf: Es ist momentan so ruhig. Es fahren weniger Autos, weniger Flugzeuge sind am Himmel und alles wirkt irgendwie entspannter. Ja, hier in Frankfurt am Main gehen die Menschen – in aller Regel mit dem gebotenen Abstand – auf einmal sogar langsamer. Nicht mehr so getrieben.

Franziska und mir, die wir in der Stadt mit Europas größtem Flughafen leben, fällt noch etwas auf: Die Vögel scheinen lauter zu singen, weil der Rest leiser ist. Es ist so leise, dass ich einmal beim Aufwachen einen Dienstag für einen Sonntag hielt und mich fragte, warum mein Wecker klingelte. So still war es.

Für viele, die im Homeoffice oder im zurzeit eher leeren Büro arbeiten, ist es nun auch stiller. Es ist weniger wuselig. Das ist gut für die Konzentration beim Schreiben.

Natürlich wissen wir, dass dies nicht für alle gilt. Aber zumindest für diejenigen unter uns, die keine kleinen Kinder (mehr) haben und auch nicht in akuter Krisenbewältigungsarbeit untergehen.

Ruhe beim Schreiben: von innen

Die momentan herrschende äußere Ruhe wirkt sich auch auf die Menschen aus. Zumindest auf mich, Nadja. Trotz Arbeit empfinde ich den Tag als ruhiger.

Hinzu kommt: Auch dadurch, dass ich so gut wie keine Termine mehr außer Haus habe, komme ich innerlich zu Ruhe. Statt nach außen zu gehen, gehe ich also nach innen. Und merke, wie langsam meine Kreativität wächst. Das führt direkt zum nächsten Punkt.

Mehr Muße = mehr Kreativität

Ich finde wieder Zeit und Muße, mir völlig alberne Dinge auszudenken. Und sie sogar umzusetzen. So habe ich zum Beispiel die Tage eine mit einem Gesicht bemalte Toilettenpapier-Rolle auf einem Besenstil tanzen gelassen und ein Video davon gedreht – und einer Freundin geschickt, mit der ich eigentlich zu Vor-Covid-Zeiten geplant hatte, tanzen zu gehen. Und sie so aufgeheitert. Solche Dinge sind die Quelle unserer Kreativität, die wir auch fürs Schreiben brauchen.

Weniger räumliche, dafür mehr zeitliche Freiheit

Als Selbständige haben Franziska und ich es schon lange: die überwiegende Freiheit, dann zu arbeiten, wann wir es wollen (oder können). Das heißt auch mal, mittags die Sonne zu genießen und dafür abends länger am Schreibtisch zu sein. Diese Freiheit haben nun viele zum ersten Mal. Das heißt: Sie können zum ersten Mal ihre Zeit frei einteilen – und dann arbeiten, wenn sie am produktivsten sind. Ich glaube, beim Nachdenken und Schreiben auch mal in der Sonne zu liegen, das tut den Texten gut. Und die Arbeit wird trotzdem erledigt.

Durch Online-Meetings und Homeoffice sparen wir zudem Reisezeit. Zeit, die wir für uns verwenden können. Um uns weiterzubilden, um einfach nur das Leben zu genießen, die Gedanken schweifen zu lassen.

Dies sind die Dinge, die mir in den Sinn kommen, wenn ich darüber nachdenke, wie Corona sich auf unser Schreiben auswirkt.

Hinterm Horizont: Die Krise als Impuls für einen echten Wandel in unserer Arbeits- und Schreibkultur?

Wird es uns gelingen, „Stopp“ zu sagen, wenn alles langsam (oder sollte ich sagen schnell) wieder anläuft? Stopp zu der halsbrecherischen Geschwindigkeit, mit der wir in den vergangenen Jahren, ja, Jahrzehnten gearbeitet haben. Stopp zu der Geräuschverschmutzung, die wir in unseren Städten haben? Könnte eine Verkehrswende hin zu mehr Fahrrad und Bahn nicht – neben dem positiven Klima-Effekt – den Menschen (zumindest in den Städten) mehr Ruhe und damit mehr Lebensqualität geben?

Wie schon geschrieben: Das sind unsere Gedanken. Was erleben Sie Positives? Schreiben Sie uns. Wir freuen uns darauf.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund

Nadja Buoyardane und Franziska Nauck

Mit diesem Beitrag nehmen wir mit Frankfurt am Main an der Blogparade #WandelWeltReise von CompanyPirate teil.

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