Von Franziska Nauck

Wann schreibt man Doppel-s und wann ß, wann das und wann dass?

Bei der Frage, wann der scharfe s-Laut als ss und wann als ß geschrieben wird, herrscht auch nach der Rechtschreibreform viel Unsicherheit. Dabei ist die Antwort meist erstaunlich logisch. Wir zeigen Ihnen die Regeln – und die Ausnahmen.

Wann schreibt man ß?

Beginnen wir mit der Aussprache des s, denn daran macht es sich fest, welche Buchstaben geschrieben werden. Nicht alle s sind gleich. Das S in Sonne klingt anders als das s in kosten. In Sonne ist das S stimmhaft (man hört es leicht vibrieren), in kosten ist es stimmlos (es klingt eher wie ein scharfes Zischen, daher nennt man dieses s auch „scharfes s“).

Nun zu den Vokalen. Es gibt lang gesprochene Vokale wie in Hose und kurze wie in Kuss.

Für die Regel, wann man ss oder ß schreibt, kombinieren wir beides: Folgt auf einen langen Vokal oder Doppellaut ein scharfes s, dann schreibt man ß.

  • Straße = das a ist lang, das s ist stimmlos
  • Gleiches gilt für: grüßen, bloß, Maß, stoßen, Floß, Ruß, Fuß, gießen

Und wann Doppel-s?

Folgt das scharf gesprochene s nach kurzem Vokal schreibt man ss.

  • Wasser = das a ist kurz, das s ist stimmlos
  • Gleiches gilt für: wässrig, Masse, Erstklässler, dass (als Konjunktion), fassen, ihr fasst, Wissbegier, Schluss, Kuss, Küsse, essen, du isst, iss!

Soweit der grobe Überblick.

 

Zu jeder Regel gibt es Ausnahmen

Bei diesen und ähnlichen Wörtern schreibt man für das scharf gesprochene s nach langem Vokal statt ß nur s:

  • Faust, meistens, leisten
  • Maus (weil: Mäuse), Gras (weil: Gräser), sauste (weil: sausen), erwies (weil: erweisen)
  • aus, Ausnahme, heraus

Und manchmal schreibt man für das scharf gesprochene s nach kurzem Vokal statt zwei nur ein s.

  • Geheimnis, Gleichnis, Zeugnis (obwohl im Plural mit ss: Zeugnisse)
  • Bus (trotz: Busse, weil es ein Fremdwort ist)
  • das (als Pronomen und Artikel), was, des, bis

 

Das kann verschiedene Funktionen haben

Damit sind wir bei unserem letzten Thema: das oder dass. Um diese nicht mehr zu verwechseln, machen wir uns klar:

„Das“ mit s kann in drei verschiedenen Funktionen auftreten:

Funktion 1: das als Artikel. Dies erkennen wir daran, dass wir dafür den unbestimmten Artikel ein einsetzen können und der Satz bleibt grammatikalisch richtig (inhaltlich ändert er sich natürlich ein wenig):

Bitte schicken Sie uns das Formular zurück.

Ersatzprobe: Bitte schicken Sie uns ein Formular zurück.

Funktion 2: das als Demonstrativpronomen, also ein hinweisendes Fürwort: Es zeigt auf etwas. Und wir können dafür dies oder es einsetzen.

Das ist ein altes Gebäude.

Ersatzprobe:     Dies ist ein altes Gebäude.
oder:                Es ist ein altes Gebäude.

Funktion 3: das als Relativpronomen. Es stellt einen Bezug her zwischen einem Substantiv, das vorausgeht, und einer Erklärung oder Beschreibung, die folgt. Wir können es durch welches ersetzen.

Ich arbeite an einem Projekt, das mir viel Spaß macht.

Ersatzprobe: Ich arbeite an einem Projekt, welches mir viel Spaß macht.

 

Und wann schreibt man dass?

Und dann gibt es noch dass mit Doppel-s. Dies ist eine Konjunktion, ein Bindewort. Es verbindet Haupt- und Nebensatz. Wir können es nie durch ein, dies, es oder welches ersetzen.

Es freut mich, dass wir eine Lösung gefunden haben.

Dass wir das bis Freitag schaffen, weiß ich sicher.

 

Wir hoffen, dass wir Ihnen etwas mehr Klarheit verschaffen konnten. Schreiben Sie uns Ihr Feedback.

Herzlichst,

Franziska Nauck und Nadja Buoyardane

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